Medikamentös
Die Parkinson-Krankheit ist dadurch gekennzeichnet, dass Dopamin nicht mehr in ausreichendem Maße gebildet wird. Die Behandlung mit Medikamenten zielt in erster Linie darauf ab, das fehlende Dopamin zu ersetzen und damit letztlich das Gleichgewicht der Botenstoffe wieder herzustellen.
Heutzutage stehen für die Therapie der Parkinson-Krankheit sechs Wirkstoffgruppen mit mehr als 100 Einzel-Medikamenten zur Verfügung:
Die sechs Wirkstoffgruppen sind:
Levodopa (= L-Dopa)
Um das bei der Parkinson-Krankheit fehlende Dopamin zu ersetzen, ist es möglich, den Patienten Levodopa zu verabreichen. Dopamin selbst kann nicht in Tablettenform eingenommen werden, da es nicht vom Gehirn aufgenommen würde. Levodopa stellt eine Vorstufe des körpereigenen Dopamins dar und kann als Tablette verabreicht werden, da es die Barriere zwischen Blutgefäßen und Hirngewebe, die Blut-Hirn-Schranke, überwindet. Im Gehirn wird Levodopa dann in Dopamin umgewandelt und kann den Dopaminmangel ausgleichen. Damit Levodopa nicht schon vorzeitig im Blut zu Dopamin umgewandelt wird, wird heutzutage immer ein Dopa-Decarboxylasehemmer (Benserazid oder Carbidopa) zugesetzt. Dieser ermöglicht, sowohl die Levodopa-Menge pro Tablette als auch die Nebenwirkungen deutlich zu reduzieren. Levodopa kann auch über eine Sonde direkt in den Darm verabreicht werden. Dieses Verfahren wird jedoch nur bei Patienten in weit fortgeschrittenem Stadium angewendet.
Das standardmäßig mit einem Dopa-Decarboxylasehemmer kombinierte Levodopa bessert meist schon innerhalb weniger Tage deutlich die Parkinson-Symptome, insbesondere die Akinese und den Rigor. Von den Patienten wird Levodopa in der Regel gut vertragen. Nur gelegentlich kommt es zu Beschwerden wie leichter Benommenheit und Übelkeit, die bei Reduzierung der Dosis fast immer abklingen. Levodopa wird für den Therapiebeginn vor allem bei älteren Patienten sowie bei Patienten mit zahlreichen Begleiterkrankungen verwendet. Bei jüngeren Patienten wird in der Anfangstherapie möglichst mit einem Dopaminagonisten begonnen, um das bei dieser Altersgruppe höhere Risiko für Überbewegungen und Beweglichkeitsschwankungen zu reduzieren; meist ist jedoch nach zwei bis drei Jahren die zusätzliche Levodopa-Gabe unumgänglich.
Levodopa gilt als hocheffektives und gut verträgliches Basismedikament in der Behandlung der Parkinson-Krankheit, das über kurz oder lang nahezu jeder Patient benötigt.
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COMT-Hemmer
COMT-Hemmer hemmen das Enzym Catechol-O-Methyltransferase (COMT), wodurch der zweitwichtigste Abbauweg von Levodopa blockiert wird. In Deutschland stehen der periphere, also außerhalb des Gehirns aktive, COMT-Hemmer Entacapon sowie das peripher und zentral wirksame Tolcapon zur Verfügung. Letzteres darf jedoch erst verordnet werden, wenn vorher ein Therapieversuch mit Entacapon unternommen wurde. Aufgrund des potenziellen Risikos von Leberschädigungen erfolgt eine Tolcapon-Therapie unter strenger kontinuierlicher Kontrolle der Leberwerte. Für Entacapon ist ein solches Risiko nicht bekannt.
Durch die COMT-Hemmung bleibt Levodopa länger und in größerer Menge im Blut. Dies ermöglicht einen stärkeren Zustrom von Levodopa in das Gehirn. Hieraus resultiert eine bessere und länger anhaltende Beweglichkeit. Medizinisch ausgedrückt heißt das, dass es durch COMT-Hemmer zu einer deutlichen Verlängerung der On-Zeit, also der Phasen guter Beweglichkeit kommt, gleichzeitig wird die Qualität der On-Zeit nochmals erhöht. Entacapon und Tolcapon müssen immer zusammen mit Levodopa eingenommen werden.
Entacapon wird von den meisten Patienten gut vertragen. Gelegentlich kann Durchfall auftreten, der nach Absetzen des Medikaments wieder aufhört. Die Eigenfarbe von Entacapon kann zu einer harmlosen Orangefärbung des Urins führen. Entacapon kann eingesetzt werden, sobald Beweglichkeitsschwankungen durch vorzeitiges Nachlassen der Wirkung von Levodopa auftreten.
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Optimiertes Levodopa – drei Wirkstoffe in einer Tablette
Eine wichtige Weiterentwicklung stellt die Möglichkeit der Einnahme der drei Wirkstoffe Levodopa, Carbidopa und Entacapon in einer Tablette dar. Dieses Medikament vereinfacht das duale Einnahmeregime von Levodopa/Carbidopa und separatem Entacapon quasi zu einer Monotherapie. Die Tablette garantiert nicht nur die korrekte Einnahme der drei Wirkstoffe, es wird auch die Anzahl der pro Tag einzunehmenden Tabletten deutlich reduziert – spürbare Vorteile für Arzt und Patient, die sich in besserer und länger anhaltender Beweglichkeit bei gleichzeitig höherem Anwendungskomfort niederschlagen. Das pharmakokinetisch optimierte Levodopa ist geeignet für jene Patienten, bei denen Beweglichkeitsschwankungen durch vorzeitiges Nachlassen der Wirkung von Levodopa, das ausschließlich mit einem Dopa-Decarboxylasehemmer kombiniert ist, auftreten.
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Dopaminagonisten
Bei den Dopaminagonisten handelt es sich um Medikamente, welche die Wirkung von Dopamin imitieren, indem sie direkt an den Schaltstellen (Dopaminrezeptoren) im Gehirn ansetzen, an denen normalerweise die Impulse durch den Botenstoff Dopamin übertragen werden. In ihrer Wirksamkeit sind die Dopaminagonisten jedoch Levodopa unterlegen.
Die Einstellung auf diese Präparate erfordert Geduld, da die Besserung der Parkinson-Symptome, verglichen mit Levodopa, langsamer eintritt und häufiger mit Nebenwirkungen zu rechnen ist. Übelkeit oder Blutdruckabfall können vorübergehend eine Zusatzmedikation erforderlich machen. Auch können Tagesmüdigkeit sowie, insbesondere bei älteren Patienten, Trugbilder und Verwirrtheitszustände auftreten.
Eine Weiterentwicklung für Patienten mit Schluckschwierigkeiten stellt der Dopaminagonist Rotigotin dar. Über ein Hautpflaster, das täglich erneuert werden muss, wird der Wirkstoff gleichmäßig freigesetzt.
Der Dopaminagonist Apomorphin kann in flüssiger Form als Einzelgabe oder mittels einer am Körper befestigten Minipumpe unter die Haut gespritzt werden. Hierbei handelt es sich aber um ein Medikament, das vornehmlich in weit fortgeschrittenen Stadien der Parkinson-Erkrankung zum Einsatz kommt.
Bei jüngeren Parkinson-Patienten wird die Ersttherapie meist mit einem Dopaminagonisten begonnen, im weiteren Krankheitsverlauf ist die Kombination mit Levodopa oder anderen Medikamenten möglich bzw. auch notwendig. Als Vorteil der Dopaminagonisten hat sich erwiesen, dass durch ihren frühzeitigen Einsatz gerade bei dieser Altersgruppe von Patienten Überbewegungen und Beweglichkeitsschwankungen in den ersten Behandlungsjahren seltener auftreten.
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MAO-B-Hemmer
MAO-B-Hemmer hemmen die Monoaminoxidase-B (MAO-B; ein dopaminabbauendes Enzym) und bewirken so eine Anreicherung von Dopamin im Gehirn. Obwohl insgesamt milder, sind sie in Wirkung und Nebenwirkungen dem Levodopa ähnlich.
Als MAO-B-Hemmer stehen Selegilin und Rasagilin zur Verfügung, die von den meisten Patienten gut vertragen werden. Eine Einnahme zur Nacht sollte jedoch im Fall von Selegilin vermieden werden, da es zu Unruhezuständen sowie Schlafstörungen kommen kann. Als alleiniges Parkinson-Medikament kann ein MAO-B-Hemmer bei leichten Symptomen die Behandlung einleiten, er muss allerdings meist bald mit weiteren Parkinson-Medikamenten ergänzt werden. Diskutiert wird, ob Selegilin und besonders das neuere Rasagilin einen vorteilhaften Einfluss auf den Verlauf der Parkinson-Erkrankung haben.
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NMDA-Antagonisten
Die Wirkweise von Amantadin konnte bis heute noch nicht vollständig geklärt werden. Es wird angenommen, dass Amantadin in erster Linie die Aktivität des Botenstoffs Glutamat im Gehirn hemmt und so dazu beiträgt, das Ungleichgewicht zwischen den einzelnen Botenstoffen auszubalancieren.
Amantadin ist gegen Rigor, Tremor und Akinese der Parkinson-Krankheit wirksam, wenngleich die Wirkung aber schwächer als die von Levodopa oder Dopaminagonisten ist. Ein günstiger Effekt auf unerwünschte Überbewegungen ist beschrieben.
Amantadin wird von den meisten Patienten gut vertragen, selten können Wasseransammlung in den Beinen sowie Trugbilder beobachtet werden. Amantadin kann sowohl zur Therapieeinleitung als auch im weiteren Krankheitsverlauf in Kombination mit anderen Parkinson-Medikamenten eingesetzt werden. Eine Besonderheit ist, dass Amantadin auch als Infusionslösung zur Verfügung steht. Diese kann verwendet werden, wenn die Tabletteneinnahme ein Problem darstellt, beispielsweise in Zusammenhang mit Narkosen oder Schluckstörungen.
Bei Budipin handelt es sich um eine Substanz, die unterschiedliche Botenstoffe beeinflusst, vornehmlich jedoch Glutamat-hemmend wirkt.
Budipin wird vorwiegend bei schwer behandelbarem Tremor eingesetzt, es zeigt auch Wirkung auf Akinese und Rigor. Als Nebenwirkungen können Übelkeit, Schwindel und Trugbilder auftreten. Die seltene QT-Zeit-Verlängerung (QT = gesamte elektrische Aktion der Herzkammer in der EKG-Messung) beinhaltet die Gefahr lebensgefährlicher Herzrhythmusstörungen und erfordert engmaschig dokumentierte kardiologische Kontrollen.
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Anticholinergika
Anticholinergika sind die am längsten bekannten Medikamente in der Behandlung der Parkinson-Krankheit. Sie wirken dem relativen Übergewicht des Neurotransmitters Acetylcholin entgegen, das aus dem Dopaminmangel resultiert. Anticholinergika beeinflussen den Rigor positiv, vor allem aber den Tremor. Sie werden teilweise bei speziellen Symptomen wie starkem Schwitzen und ausgeprägtem Speichelfluss eingesetzt. Aufgrund der relativ häufig auftretenden Nebenwirkungen, beispielsweise Mundtrockenheit, Verstopfung und Harnverhalt, werden Anticholinergika nur noch zurückhaltend und niedrig dosiert angewendet. Meist werden sie deswegen lediglich ergänzend zu anderen Parkinson-Medikamenten und auch nur bei jungen, ansonsten gesunden Patienten eingesetzt.
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Die Parkinson-Krankheit ist dadurch gekennzeichnet, dass Dopamin nicht mehr in ausreichendem Maße gebildet wird. Die Behandlung mit Medikamenten zielt in erster Linie darauf ab, das fehlende Dopamin zu ersetzen und damit letztlich das Gleichgewicht der Botenstoffe wieder herzustellen.
Heutzutage stehen für die Therapie der Parkinson-Krankheit sechs Wirkstoffgruppen mit mehr als 100 Einzel-Medikamenten zur Verfügung:
Die sechs Wirkstoffgruppen sind:
Levodopa (= L-Dopa)
Um das bei der Parkinson-Krankheit fehlende Dopamin zu ersetzen, ist es möglich, den Patienten Levodopa zu verabreichen. Dopamin selbst kann nicht in Tablettenform eingenommen werden, da es nicht vom Gehirn aufgenommen würde. Levodopa stellt eine Vorstufe des körpereigenen Dopamins dar und kann als Tablette verabreicht werden, da es die Barriere zwischen Blutgefäßen und Hirngewebe, die Blut-Hirn-Schranke, überwindet. Im Gehirn wird Levodopa dann in Dopamin umgewandelt und kann den Dopaminmangel ausgleichen. Damit Levodopa nicht schon vorzeitig im Blut zu Dopamin umgewandelt wird, wird heutzutage immer ein Dopa-Decarboxylasehemmer (Benserazid oder Carbidopa) zugesetzt. Dieser ermöglicht, sowohl die Levodopa-Menge pro Tablette als auch die Nebenwirkungen deutlich zu reduzieren. Levodopa kann auch über eine Sonde direkt in den Darm verabreicht werden. Dieses Verfahren wird jedoch nur bei Patienten in weit fortgeschrittenem Stadium angewendet.
Das standardmäßig mit einem Dopa-Decarboxylasehemmer kombinierte Levodopa bessert meist schon innerhalb weniger Tage deutlich die Parkinson-Symptome, insbesondere die Akinese und den Rigor. Von den Patienten wird Levodopa in der Regel gut vertragen. Nur gelegentlich kommt es zu Beschwerden wie leichter Benommenheit und Übelkeit, die bei Reduzierung der Dosis fast immer abklingen. Levodopa wird für den Therapiebeginn vor allem bei älteren Patienten sowie bei Patienten mit zahlreichen Begleiterkrankungen verwendet. Bei jüngeren Patienten wird in der Anfangstherapie möglichst mit einem Dopaminagonisten begonnen, um das bei dieser Altersgruppe höhere Risiko für Überbewegungen und Beweglichkeitsschwankungen zu reduzieren; meist ist jedoch nach zwei bis drei Jahren die zusätzliche Levodopa-Gabe unumgänglich.
Levodopa gilt als hocheffektives und gut verträgliches Basismedikament in der Behandlung der Parkinson-Krankheit, das über kurz oder lang nahezu jeder Patient benötigt.
COMT-Hemmer
COMT-Hemmer hemmen das Enzym Catechol-O-Methyltransferase (COMT), wodurch der zweitwichtigste Abbauweg von Levodopa blockiert wird. In Deutschland stehen der periphere, also außerhalb des Gehirns aktive, COMT-Hemmer Entacapon sowie das peripher und zentral wirksame Tolcapon zur Verfügung. Letzteres darf jedoch erst verordnet werden, wenn vorher ein Therapieversuch mit Entacapon unternommen wurde. Aufgrund des potenziellen Risikos von Leberschädigungen erfolgt eine Tolcapon-Therapie unter strenger kontinuierlicher Kontrolle der Leberwerte. Für Entacapon ist ein solches Risiko nicht bekannt.
Durch die COMT-Hemmung bleibt Levodopa länger und in größerer Menge im Blut. Dies ermöglicht einen stärkeren Zustrom von Levodopa in das Gehirn. Hieraus resultiert eine bessere und länger anhaltende Beweglichkeit. Medizinisch ausgedrückt heißt das, dass es durch COMT-Hemmer zu einer deutlichen Verlängerung der On-Zeit, also der Phasen guter Beweglichkeit kommt, gleichzeitig wird die Qualität der On-Zeit nochmals erhöht. Entacapon und Tolcapon müssen immer zusammen mit Levodopa eingenommen werden.
Entacapon wird von den meisten Patienten gut vertragen. Gelegentlich kann Durchfall auftreten, der nach Absetzen des Medikaments wieder aufhört. Die Eigenfarbe von Entacapon kann zu einer harmlosen Orangefärbung des Urins führen. Entacapon kann eingesetzt werden, sobald Beweglichkeitsschwankungen durch vorzeitiges Nachlassen der Wirkung von Levodopa auftreten.
Optimiertes Levodopa – drei Wirkstoffe in einer Tablette
Eine wichtige Weiterentwicklung stellt die Möglichkeit der Einnahme der drei Wirkstoffe Levodopa, Carbidopa und Entacapon in einer Tablette dar. Dieses Medikament vereinfacht das duale Einnahmeregime von Levodopa/Carbidopa und separatem Entacapon quasi zu einer Monotherapie. Die Tablette garantiert nicht nur die korrekte Einnahme der drei Wirkstoffe, es wird auch die Anzahl der pro Tag einzunehmenden Tabletten deutlich reduziert – spürbare Vorteile für Arzt und Patient, die sich in besserer und länger anhaltender Beweglichkeit bei gleichzeitig höherem Anwendungskomfort niederschlagen. Das pharmakokinetisch optimierte Levodopa ist geeignet für jene Patienten, bei denen Beweglichkeitsschwankungen durch vorzeitiges Nachlassen der Wirkung von Levodopa, das ausschließlich mit einem Dopa-Decarboxylasehemmer kombiniert ist, auftreten.

Abkürzungen:
DDC = Dopa-Decarboxylase
BHS = Blut-Hirn-Schranke
3-OMD = 3-O-Methyldopa
DDC = Dopa-Decarboxylase
BHS = Blut-Hirn-Schranke
3-OMD = 3-O-Methyldopa
Dopaminagonisten
Bei den Dopaminagonisten handelt es sich um Medikamente, welche die Wirkung von Dopamin imitieren, indem sie direkt an den Schaltstellen (Dopaminrezeptoren) im Gehirn ansetzen, an denen normalerweise die Impulse durch den Botenstoff Dopamin übertragen werden. In ihrer Wirksamkeit sind die Dopaminagonisten jedoch Levodopa unterlegen.
Die Einstellung auf diese Präparate erfordert Geduld, da die Besserung der Parkinson-Symptome, verglichen mit Levodopa, langsamer eintritt und häufiger mit Nebenwirkungen zu rechnen ist. Übelkeit oder Blutdruckabfall können vorübergehend eine Zusatzmedikation erforderlich machen. Auch können Tagesmüdigkeit sowie, insbesondere bei älteren Patienten, Trugbilder und Verwirrtheitszustände auftreten.
Eine Weiterentwicklung für Patienten mit Schluckschwierigkeiten stellt der Dopaminagonist Rotigotin dar. Über ein Hautpflaster, das täglich erneuert werden muss, wird der Wirkstoff gleichmäßig freigesetzt.
Der Dopaminagonist Apomorphin kann in flüssiger Form als Einzelgabe oder mittels einer am Körper befestigten Minipumpe unter die Haut gespritzt werden. Hierbei handelt es sich aber um ein Medikament, das vornehmlich in weit fortgeschrittenen Stadien der Parkinson-Erkrankung zum Einsatz kommt.
Bei jüngeren Parkinson-Patienten wird die Ersttherapie meist mit einem Dopaminagonisten begonnen, im weiteren Krankheitsverlauf ist die Kombination mit Levodopa oder anderen Medikamenten möglich bzw. auch notwendig. Als Vorteil der Dopaminagonisten hat sich erwiesen, dass durch ihren frühzeitigen Einsatz gerade bei dieser Altersgruppe von Patienten Überbewegungen und Beweglichkeitsschwankungen in den ersten Behandlungsjahren seltener auftreten.
MAO-B-Hemmer
MAO-B-Hemmer hemmen die Monoaminoxidase-B (MAO-B; ein dopaminabbauendes Enzym) und bewirken so eine Anreicherung von Dopamin im Gehirn. Obwohl insgesamt milder, sind sie in Wirkung und Nebenwirkungen dem Levodopa ähnlich.
Als MAO-B-Hemmer stehen Selegilin und Rasagilin zur Verfügung, die von den meisten Patienten gut vertragen werden. Eine Einnahme zur Nacht sollte jedoch im Fall von Selegilin vermieden werden, da es zu Unruhezuständen sowie Schlafstörungen kommen kann. Als alleiniges Parkinson-Medikament kann ein MAO-B-Hemmer bei leichten Symptomen die Behandlung einleiten, er muss allerdings meist bald mit weiteren Parkinson-Medikamenten ergänzt werden. Diskutiert wird, ob Selegilin und besonders das neuere Rasagilin einen vorteilhaften Einfluss auf den Verlauf der Parkinson-Erkrankung haben.
NMDA-Antagonisten
Die Wirkweise von Amantadin konnte bis heute noch nicht vollständig geklärt werden. Es wird angenommen, dass Amantadin in erster Linie die Aktivität des Botenstoffs Glutamat im Gehirn hemmt und so dazu beiträgt, das Ungleichgewicht zwischen den einzelnen Botenstoffen auszubalancieren.
Amantadin ist gegen Rigor, Tremor und Akinese der Parkinson-Krankheit wirksam, wenngleich die Wirkung aber schwächer als die von Levodopa oder Dopaminagonisten ist. Ein günstiger Effekt auf unerwünschte Überbewegungen ist beschrieben.
Amantadin wird von den meisten Patienten gut vertragen, selten können Wasseransammlung in den Beinen sowie Trugbilder beobachtet werden. Amantadin kann sowohl zur Therapieeinleitung als auch im weiteren Krankheitsverlauf in Kombination mit anderen Parkinson-Medikamenten eingesetzt werden. Eine Besonderheit ist, dass Amantadin auch als Infusionslösung zur Verfügung steht. Diese kann verwendet werden, wenn die Tabletteneinnahme ein Problem darstellt, beispielsweise in Zusammenhang mit Narkosen oder Schluckstörungen.
Bei Budipin handelt es sich um eine Substanz, die unterschiedliche Botenstoffe beeinflusst, vornehmlich jedoch Glutamat-hemmend wirkt.
Budipin wird vorwiegend bei schwer behandelbarem Tremor eingesetzt, es zeigt auch Wirkung auf Akinese und Rigor. Als Nebenwirkungen können Übelkeit, Schwindel und Trugbilder auftreten. Die seltene QT-Zeit-Verlängerung (QT = gesamte elektrische Aktion der Herzkammer in der EKG-Messung) beinhaltet die Gefahr lebensgefährlicher Herzrhythmusstörungen und erfordert engmaschig dokumentierte kardiologische Kontrollen.
Anticholinergika
Anticholinergika sind die am längsten bekannten Medikamente in der Behandlung der Parkinson-Krankheit. Sie wirken dem relativen Übergewicht des Neurotransmitters Acetylcholin entgegen, das aus dem Dopaminmangel resultiert. Anticholinergika beeinflussen den Rigor positiv, vor allem aber den Tremor. Sie werden teilweise bei speziellen Symptomen wie starkem Schwitzen und ausgeprägtem Speichelfluss eingesetzt. Aufgrund der relativ häufig auftretenden Nebenwirkungen, beispielsweise Mundtrockenheit, Verstopfung und Harnverhalt, werden Anticholinergika nur noch zurückhaltend und niedrig dosiert angewendet. Meist werden sie deswegen lediglich ergänzend zu anderen Parkinson-Medikamenten und auch nur bei jungen, ansonsten gesunden Patienten eingesetzt.

